Wo Planung auf Praxis trifft

Bei Mercer Forestry Services unterstützen digitale Werkzeuge die Entscheidungen beim Holzeinschlag. Sie ersetzen jedoch weder Ortskenntnis und sorgfältige Vorbereitung noch erfahrene Maschinenführer.

Ein Einschlagsplan kann einen Bachlauf, eine Gebietsgrenze oder einen steilen Hang ausweisen. Schwieriger ist es, diese Informationen vor Ort in konkrete Entscheidungen zu übersetzen.

Bevor Maschinen in ein Einschlagsgebiet fahren, müssen die Teams das Gelände kennen. Sie müssen Merkmale erkennen, die auf einer Karte möglicherweise nicht sichtbar sind, und wissen, welche Bereiche gemäß den genehmigten Vorgaben geschützt oder erhalten werden müssen. Sobald die Arbeiten beginnen, müssen die Maschinenführer jederzeit einschätzen können, wo sie sich im Verhältnis zu diesen Bereichen befinden, und auf die tatsächlichen Bedingungen vor Ort reagieren.

Für Marty Hiemstra, General Manager von Mercer Forestry Services, staatlich anerkannten Forstexperten und seit 30 Jahren in der Branche tätig, zeigt sich genau hier, was verantwortungsvolle Forstwirtschaft in der Praxis bedeutet.

MFS nutzt bei nahezu jedem Einschlagsprojekt LiDAR-Daten, um die Topografie und mögliche Einschränkungen genauer zu erfassen. GPS-Technologie hilft den Teams dabei, die Position der Maschinen im Verhältnis zu kartierten Grenzen, Bachläufen und anderen erfassten Geländemerkmalen zu bestimmen.

Diese Technologien liefern wertvolle Informationen. Sie bilden jedoch nicht alles ab.

„Wir führen umfassende Erkundungen vor Ort durch. Manche Gegebenheiten sind in den Kartendaten nicht unbedingt erfasst. Deshalb bleibt die Arbeit draußen im Gelände unverzichtbar.“

Ein Feuchtgebiet kann zu bestimmten Jahreszeiten nur schwer zu erkennen sein. Das Gelände kann komplexer sein, als es zunächst erscheint. Ein kartiertes Merkmal muss möglicherweise genauer untersucht werden, bevor Maschinen in seiner Nähe sicher eingesetzt werden können.

Gerade in steilem oder komplexem Gelände ist die Verbindung aus digitalen Informationen und Erkundungen vor Ort besonders wichtig. Für steile Hänge kann ein gesonderter Arbeitsplan erforderlich sein. Das Dokument zu erstellen, ist jedoch nur der Anfang. Eine wirksame Planung setzt voraus, dass Fachleute die Fläche untersuchen, konkrete Gefahren erkennen und den Teams Informationen an die Hand geben, die sie beim Bedienen der Maschinen unmittelbar anwenden können.

Genehmigte Vorgaben in die Praxis umsetzen

MFS entscheidet nicht eigenständig darüber, wie eine Waldfläche nach dem Holzeinschlag aussehen soll.

Die Vorgaben für den Holzeinschlag entstehen im Rahmen etablierter Planungs-, Genehmigungs- und Regulierungsverfahren. Sie berücksichtigen festgestellte ökologische, kulturelle und betriebliche Belange sowie – sofern relevant – Erkenntnisse aus Konsultationen und dem Austausch mit First Nations.

MFS ist dafür verantwortlich, die genehmigten Vorgaben in betriebliche Abläufe zu übersetzen und zuverlässig umzusetzen.

Diese Unterscheidung ist wichtig. Auch ein sorgfältig ausgearbeiteter Plan erzielt nur dann die beabsichtigte Wirkung, wenn alle Beteiligten verstehen, was von ihnen verlangt wird: vom Straßenbau über die Maschinenführung und Holzaufarbeitung bis zum Transport der Holzfasern.

Marty hat während seiner beruflichen Laufbahn erlebt, wie sich diese Anforderungen verändert haben. Heute verbleiben beim Holzeinschlag in der Regel mehr Bäume auf der Fläche. Lebensräume werden detaillierter berücksichtigt und First Nations sind stärker an der Planung und an forstlichen Aktivitäten beteiligt. Er geht davon aus, dass sich sowohl die Arbeitsweisen als auch die Erwartungen weiter verändern werden.

Ein Forstdienstleister muss seine Fähigkeiten entsprechend weiterentwickeln.

MFS setzt Maschinen unterschiedlicher Art und Größe ein, um verschiedene Einschlagsvorgaben umzusetzen. Dazu zählen Arbeiten auf kleineren Flächen ebenso wie Einschläge, bei denen ein größerer Anteil des Baumbestands erhalten bleiben soll. Das integrierte Betriebsmodell von MFS kann sämtliche Phasen abdecken: von der Planung und dem Straßenbau über den Holzeinschlag und die Aufarbeitung bis zur Anlieferung.

Technologie unterstützt diese Arbeit. Geeignete Maschinen machen sie möglich. Die Planung gibt die Richtung vor. Ob die Umsetzung gelingt, hängt dennoch davon ab, dass die Menschen vor Ort das Gelände verstehen und während des gesamten Einsatzes überlegt und konsequent entscheiden.

Verantwortungsvolle Forstwirtschaft lässt sich daher weder auf eine einzelne Arbeitsweise noch auf eine bestimmte Technologie oder Zertifizierung reduzieren. Sie entsteht aus der Summe aller Entscheidungen vor und während des Holzeinschlags – und aus der Sorgfalt, mit der sichergestellt wird, dass vor Ort tatsächlich das umgesetzt wird, was zuvor geplant wurde.


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