Februar 5, 2026 / Alles, Featured, Gemeinden am Standort, Innovationen, Mercer Celgar, Mercer Forestry Services, Mercer Holz, Mercer Mass Timber, Mercer Peace River, Mercer Rosenthal, Mercer Stendal, Mercer Timber Products, Mercer Torgau, Mitarbeiter, Nachhaltigkeit, Neues zum Unternehmen, Umwelt Der Wert der Nachhaltigkeit Was die Mercer Nachhaltigkeitstage 2025 für uns im Arbeitsalltag bedeuten Nachhaltigkeit ist bei Mercer kein abstraktes Konzept oder ein Thema, das nur das Management oder die Berichterstattung betrifft. Sie hat ganz konkret mit unserem Arbeitsalltag zu tun, damit wir produzieren, investieren und unsere Standorte für die Zukunft sichern. Genau das stand im Mittelpunkt der zweiten Mercer Nachhaltigkeitstage 2025. Unter dem Leitthema „Der Wert der Nachhaltigkeit“ ging es um eine zentrale Frage: Wie tragen unsere Projekte in den Werken dazu bei, Arbeitsplätze zu sichern, wettbewerbsfähig zu bleiben und verantwortungsvoll mit Ressourcen umzugehen? Nachhaltigkeit ist kein Zusatzprogramm, sondern Teil dessen, wie Mercer als Unternehmen funktioniert, in jedem Werk. Klimaschutz als strategischer Wettbewerbsvorteil Eine der wichtigsten Erkenntnisse der deutschen Nachhaltigkeitstage war unmissverständlich: Klimaschutz ist keine Option mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit, um unsere Wettbewerbsfähigkeit gegenüber europäischen Kunden zu sichern. Kunden erwarten von uns quantifizierbare Verbesserungen der Emissionsintensität unserer Produkte, um ihre eigenen ehrgeizigen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Unser Kochlaugen-Verdampfer-Projekt bei Mercer Rosenthal ist ein Paradebeispiel dafür, wie wir diese Erwartungen erfüllen. Durch die konsequente Rückgewinnung von Dampf und Wasser senken wir unseren Ressourcenverbrauch erheblich und steigern gleichzeitig unsere interne Stromerzeugung um 0,97 MW. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresstrombedarf von rund 2.000 Haushalten. Konkret reduzieren wir die Rohwasserentnahme um 22 Kubikmeter pro Stunde, mehr als 500 Kubikmeter pro Tag – und sparen gleichzeitig Chemikalien ein. So wird aus einer Prozessoptimierung ein echter Wirtschaftsfaktor. Genau das meinen wir, wenn wir sagen: Nachhaltigkeit ist ein gutes Geschäft. Jeder eingesparte Kubikmeter Wasser und jedes intern erzeugte Kilowatt stärken unsere operative und finanzielle Widerstandsfähigkeit. Die Umstellung des Kalkofens auf Biomasse im Werk Mercer Stendal ist eine strategische Investition mit dem klaren Ziel, unsere Scope-1-Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Ein Kalkofen in einem Zellstoffwerk ist für den Prozess erforderlich, in dem die Kochchemikalien wiedergewonnen werden, sodass sie in der Produktion wieder verwendet werden können. Die Umstellung auf Biomasse bedeutet, dass fossile Brennstoffe (Erdgas) durch biobasierte, erneuerbare Brennstoffe ersetzt werden, um die Wärme für den Kalkbrennprozess zu erzeugen. Dadurch werden fossile CO₂-Emissionen gesenkt, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen wird verringert und lokale Nebenprodukte, die sonst ungenutzt blieben, werden genutzt. Mercer steht fest zu diesem Projekt, denn es ist zentral für unsere Position als bevorzugter Lieferant. Führende europäische Kunden betrachten die Senkung der Emissionen entlang der Lieferkette längst nicht mehr als Wunsch, sondern als Voraussetzung für eine langfristige Partnerschaft. Das Beispiel Mercer Stendal zeigt eindrücklich: Mit einer mutigen Klimainvestition zahlen wir direkt auf unseren nachhaltigen unternehmerischen Erfolg und unsere Zukunftsfähigkeit ein. Effizienz in Aktion: Wie unsere Werke Ressourcen sparen und profitabler werden Dass Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen, zeigen die Ergebnisse aus unseren nordamerikanischen Werken eindrucksvoll. Seit 2022 hat das Werk Mercer Celgar seine Faserverluste um beeindruckende 57 % reduziert. Konkret bedeutet das: Mehr als jede zweite Faser, die früher verloren ging, verbleibt heute im Produktionskreislauf. Zuvor beliefen sich die Verluste im Bereich der Gegenstrom-Zyklon (RCC) im Zellstoffmaschinenraum auf täglich rund 4,2 lufttrockene Tonnen (ADMT). Parallel dazu sank das Aufkommen an Kalkabfällen auf Deponien um ein Drittel, was sowohl die Entsorgungs- als auch die Betriebskosten spürbar senkt. Im Werk Mercer Peace River hat das 4DX-Programm gezeigt, wie stark sich Sicherheit, Planung und Effizienz gegenseitig verstärken. Durch mehr geplante Wartungsstillstände wurden ungeplante Ausfälle deutlich reduziert. Die Anlagen laufen stabiler, verbrauchen weniger fossiles Gas und verursachen geringere Kosten. Diese Ergebnisse sind keine abstrakten Kennzahlen, sondern erhöhen ganz konkret die operative Widerstandsfähigkeit unserer Werke. Ein weiteres zukunftsweisendes Projekt bei Mercer Peace River befasst sich mit dem Recycling von Kalk. Geplant ist, jährlich bis zu 50.000 Tonnen Abfallmaterial zu recyceln. Das entspricht dem Gewicht von rund 25.000 Mittelklassewagen, die nicht mehr auf Deponien landen werden. Die Kraft des Holzes: Mercer Mass Timber und die Zukunft der Kohlenstoffspeicherung Der Mercer Mass Timber Nachhaltigkeitstag rückte die besondere Rolle von Baukonstruktionsholz wie Brettsperrholz (CLT) und Brettschichtholz (GLT) in den Fokus. Holzprodukte speichern Kohlenstoff über Jahrzehnte – und tragen so direkt zum Klimaschutz bei. Dieses Potenzial haben wir bereits in großen Projekten umgesetzt. Ein bekanntes Beispiel ist das YouTube-Hauptquartier von Google, ein vollständig in Mass-Timber-Bauweise errichtetes Gebäude. Solche Projekte zeigen, dass nachhaltiges Bauen und wirtschaftlicher Erfolg zusammengehören. Mass Timber ist für Mercer ein entscheidendes Wachstumsfeld. Ein Beleg für unsere starke Marktposition ist die Zusammenarbeit mit Google: Gemeinsam haben wir im vergangenen Jahr das Projekt „Google 1265 Borregas“ realisiert. Das fünfgeschossige Bürogebäude umfasst 182.500 Quadratmeter und setzt durch seine Massivholzbauweise neue Maßstäbe für nachhaltiges Design. Das klare Ziel besteht darin, die langfristige Kohlenstoffspeicherung in Massivholzprodukten weiter zu erhöhen. Bis 2030 soll die Produktion industriell gefertigter Massivholzelemente gegenüber dem Basisjahr 2024 um 35 % steigen. Jedes zusätzliche Holzgebäude bedeutet weniger CO₂ in der Atmosphäre und mehr Kohlenstoff, der in langlebigen Produkten gespeichert wird. Verantwortungsvolle Forstwirtschaft ist die Grundlage unseres Handelns. Mercer wird die fünf Prinzipien der Organisation Built by Nature unterstützen, die für eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung und nachhaltige Bauweise im Mass-Timber-Segment stehen. Dekarbonisierung und Effizienz als Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit Die Nachhaltigkeitstage bei Mercer Holz, Mercer Timber Products und Mercer Torgau machten deutlich, wo die größten Hebel für unsere deutschen Standorte liegen: konsequente Dekarbonisierung und die Steigerung der betrieblichen Effizienz. Beides ist entscheidend, um unsere Wettbewerbsfähigkeit in unseren globalen Märkten zu sichern. Bei Mercer Holz lag der Fokus insbesondere auf der Logistik, da der Transport der größte Treiber des fossilen Energieverbrauchs ist. Ein zentrales Erfolgsprojekt ist das Loop-Projekt zur digitalen LKW-Abfertigung. An den Standorten Rosenthal, Friesau, Torgau und Stendal werden täglich bis zu 700 LKW digital abgefertigt. Das Ergebnis: Ein papierloser Prozess, kürzere Wartezeiten und effizientere Abläufe sparen jährlich über 400.000 Euro und vermeiden 183 Tonnen CO₂ durch reduzierten LKW-Leerlauf. Ergänzend dazu wurde das E-Truck-Projekt vorgestellt, bei dem zwei vollelektrische LKW im Einsatz sind. Sie zeigen ein erhebliches Potenzial: Der Energieverbrauch liegt bei rund dem Zweieinhalbfachen weniger im Vergleich zu konventionellen Diesel-LKW. Flankiert wird dies durch die Terminal-Strategie, mit der der Langstrecken-Holztransport gezielt auf die Schiene verlagert wird. Ab einer Distanz von etwa 70 Kilometern ist der Bahntransport deutlich CO₂-effizienter als der LKW. Bei Mercer Timber Products stand die Optimierung der Ladeüberwachung von Eisenbahnwaggons im Fokus. Durch die Reduzierung von Unterladung konnten bis August 2025 bereits 202.000 Euro an Kosten eingespart werden. Gleichzeitig führt die bessere Auslastung zu jährlichen CO₂-Einsparungen von rund 60 Tonnen – ein Beispiel dafür, wie operative Präzision direkte wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringt. Mercer Torgau leistet einen zentralen Beitrag zur konzernweiten Dekarbonisierung. Der Standort versorgt das Zellstoffwerk Stendal mit Restholz-Hackschnitzeln und soll künftig Pellets für die Dekarbonisierung des Kalkofens bereitstellen, um Erdgas zu ersetzen. Bei einer jährlichen Pelletproduktionskapazität von rund 140.000 Tonnen könnten dafür perspektivisch bis zu etwa 80.000 Tonnen Pellets eingesetzt werden. Gleichzeitig produziert und vermarktet Mercer Torgau weiterhin Pellets für externe Abnehmer. Parallel dazu richtet Mercer Torgau seine Produktion strategisch stärker auf hochwertiges Bauholz aus. Ziel ist es, die Abhängigkeit von der aktuell schwachen Nachfrage nach Industriepaletten zu reduzieren und die Resilienz des Geschäftsmodells zu erhöhen. Ausblick Die diesjährigen Nachhaltigkeitstage haben erneut gezeigt: Nachhaltigkeit ist bei Mercer kein separates Thema, sondern ein integraler Bestandteil unseres Geschäfts, der Effizienz, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit fördert. Von der strategischen Notwendigkeit des Klimaschutzes über konkrete Effizienzprojekte bis hin zur Zukunft der Bioökonomie – unser Engagement schafft auf allen Ebenen Mehrwert. Jedes dieser Projekte begann mit einer Idee – Der Wert der Nachhaltigkeit zeigt sich im Detail. Deshalb werden wir in den nächsten Monaten jedes unserer Schlüsselprojekte einzeln beleuchten. Wir liefern Ihnen exklusive Hintergründe und zeigen auf, wie wir unsere Standorte Schritt für Schritt zukunftssicher machen. Verpassen Sie keinen Beitrag unserer neuen Serie – bald hier auf unserem Blog!